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Motorradtouren Italien
Erlebe unvergessliche Motorradreisen

Italien ist mehr als ein Land, es ist ein Lebensgefühl. Dolce Vita. Atemberaubende Küstenstraßen, kurvenreiche Pässe, sonnige Hügellandschaften und geschichtsträchtige Städte machen das Bel Paese zur Traumdestination für Motorradfahrer.

Erlebe unvergessliche, geführte Motorradtouren durch Italien. Ob durch die sanften Weinberge der Toskana, über die dramatischen Kurven der Dolomiten oder entlang der Riviera – in Italien verbinden sich Fahrspaß, Kultur und Kulinarik zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wer Motorradfahren mit Genuss, Stil und Entdeckungslust verbinden möchte, findet hier das perfekte Reiseziel.

Italien – Das Paradies für Genießer auf zwei Rädern

Mit Leidenschaft, Know-how und Liebe zum Detail schaffen wir einzigartige Motorradreise-Erlebnisse. Sie machen Deine Motorradtour durch Italien zu etwas ganz Besonderem. Lass den Alltag hinter Dir und starte mit MOTO e GUSTO in Dein nächstes Motorradabenteuer!

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Unsere Motorradtouren in Italien

Motorradtouren Italien

Italien bietet eine beeindruckende Vielfalt für Motorradreisen und jede Region verzaubert mit ihrem ganz eigenen Charakter sowie besonderen Reizen. Wir bieten spannende Touren, die von alpinen Panoramen bis zu mediterranem Küstenflair reichen.

Dolomiten und Südtirol

Den Auftakt machen die Dolomiten und Südtirol, wo kurvenreiche Alpenpässe, spektakuläre Bergpanoramen und hervorragend ausgebaute Straßen auf ambitionierte Fahrer warten. Highlights wie die Sella Ronda, der Passo di Giau oder das Stilfser Joch versprechen Fahrspaß pur und machen diese Region zu einem wahren Eldorado für Motorradbegeisterte.

Toskana

In der Toskana hingegen laden sanfte Hügel, malerische Zypressenalleen sowie mittelalterliche Städte wie Siena und San Gimignano zum entspannten Cruisen ein. Hier vereinen sich Genuss, Kultur und Kulinarik auf perfekte Weise – ideal für Genießer, die das Dolce Vita auf zwei Rädern erleben möchten.

Emilia-Romagna

Ein ganz besonderes Erlebnis bietet die Emilia-Romagna, wo das berühmte Motorvalley mit Marken wie Ducati und Ferrari auf charmante Städte wie Bologna, Modena und Parma trifft. Diese Region verbindet die Leidenschaft fürs Motorrad mit exzellenter Küche und kulturellem Reichtum – eine Kombination, die Herz und Gaumen gleichermaßen anspricht.

Ligurien und Piemont

Wer enge Serpentinen und atemberaubende Ausblicke liebt, wird sich in Ligurien wohlfühlen. Küstenstraßen mit Meerblick, mediterrane Dörfer und ein mildes Klima machen die Region vor allem im Frühling und Herbst zu einem Traumziel für Motorradfahrer.

Umbrien

Etwas ruhiger, aber nicht weniger faszinierend präsentieren sich Umbrien und die Marken. Hier dominieren unberührte Natur, wenig Verkehr und kulturelle Schätze wie Assisi oder Urbino. Diese Regionen sind der Geheimtipp für alle, die abseits der bekannten Pfade unterwegs sein wollen.

Sardinien

Ein ganz eigenes Motorraderlebnis verspricht Sardinien: Traumhafte Küstenstraßen, bergige Inlandrouten und kaum befahrene Straßen machen die Insel zu einem der besten Motorradziele Europas – besonders in der Vor- oder Nachsaison.

Sizilien

Für Abenteurer und Entdecker bietet Sizilien ein kontrastreiches Panorama mit Vulkanlandschaften rund um den Ätna, beeindruckenden Küstenrouten und einer Fülle historischer Stätten. Intensiv, facettenreich und voller Geschichte – ein echtes Highlight für neugierige Reisende.

Abruzzen

Nicht zuletzt locken die Abruzzen und der Apennin mit wilden Berglandschaften, einsamen Straßen und authentischen Dörfern. Diese Regionen bestechen durch ihren rauen, ursprünglichen Charme und sind wie geschaffen für Naturliebhaber und Kurvenfans.

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Motorradtraum Ligurien - Zwischen Olivenhainen und Meer wo jede Kurve ein Versprechen ist.


Stell dir vor: Der Motor brummt im Leerlauf, die Sonne steht tief über den Hügeln, und vor dir liegt eine Straße, die sich wie ein Band aus Asphalt durch Olivenhaine, Weinberge und mittelalterliche Dörfer schlängelt. Rechts das satte Grün der Ligurischen Alpen, links irgendwann das tiefblaue Funkeln des Mittelmeers. Das ist der Moment, für den wir fahren – und genau diesen Moment wollen wir mit dir teilen.

Diese Tour ist mehr als eine Ansammlung von Kilometern. Sie ist eine Liebeserklärung an das Motorradfahren: an Kurven, die genau richtig liegen, an kleine Dörfer, in denen die Zeit stehengeblieben zu sein scheint, und an Abende, an denen man sich mit einem kühlen Glas Wein erzählt, welche Kehre heute die schönste war.

Ligurien – schmaler Streifen, unendliche Vielfalt
Ligurien ist eine der schmalsten und zugleich abwechslungsreichsten Regionen Italiens: ein schmaler, geschwungener Küstenstreifen, eingeklemmt zwischen dem Mittelmeer und den Ligurischen Alpen bzw. dem Apennin. Genau diese Enge macht sie für uns Motorradfahrer so besonders – auf wenigen Kilometern wechseln sich Panoramastraßen hoch über der Küste, schattige Serpentinen durch Pinien- und Olivenwälder und flache Abschnitte entlang der Riviera ab. Man nennt Ligurien auch die „Blumenriviera“, denn ihr mildes Klima lässt hier schon im Winter Mimosen und Orangenbäume blühen. Die Region ist geprägt von bunten Fischerdörfern, terrassierten Weinbergen, die sich fast senkrecht ins Meer stürzen, und einer Küche, die für Pesto, frischen Fisch und Focaccia berühmt ist. Wer einmal hier gefahren ist, versteht, warum Ligurien für viele Biker zu den schönsten Ecken Europas zählt.

Treffpunkt und Ausgangspunkt: Varese am Lago Maggiore
Wir treffen uns im Hotel Ristorante Vecchia Riva – dem perfekten Startpunkt für alle, die aus Mitteleuropa anreisen. Hier lernt ihr euch kennen, spürt das erste Kribbeln der Vorfreude. Ein gemeinsamer Abend, ein Workshop rund ums Motorradfahren, und schon am nächsten Morgen heißt es: Helm auf, Motor an, los geht’s durch das Piemont in Richtung Süden.

Unser Basislager: Ricaroka Exclusive Room & Spa, Albenga
Statt jeden Tag Koffer zu packen, gönnen wir uns Ruhe im Wandel: Unser Basishotel für die Tage in Ligurien ist das Ricaroka Exclusive Room & Spa in Albenga, mitten in der Blumenriviera gelegen. Von hier aus starten wir jeden Morgen zu neuen Tagestouren – ihr müsst also nur einmal auspacken und könnt euch abends nach einem erlebnisreichen Fahrtag im Spa-Bereich entspannen, bevor es am nächsten Morgen mit frischer Energie weitergeht.

Das Ricaroka Exclusive Room & Spa (Booking.com Bewertung 9,4) ist ein charmantes und modern renoviertes 4-Sterne-Hotel im historischen Zentrum von Albenga an der ligurischen Riviera. Es besticht durch seine zentrale Lage, nur neun Gehminuten vom Römischen Marinemuseum und wenige Minuten vom Strand entfernt.

Die Unterkunft bietet:
Moderne, schallisolierte Zimmer, die teilweise über einen Balkon und einen Safe verfügen.
Wellness: Ein luxuriöser Spa- und Wellnessbereich mit Whirlpool, Sauna und Dampfbad.
Kulinarik: ein hervorragendes À-la-carte-Frühstück sowie ein hauseigenes Restaurant, das für sein Preis-Leistungs-Verhältnis gelobt wird.
Ausstattung: kostenloses WLAN, eine 24-Stunden-Rezeption mit Express-Check-in/-out sowie Privatparkplätze direkt vor Ort.
Gäste schätzen besonders die herzliche familiäre Atmosphäre durch die Gastgeber Antonio und sein Team.

Die Tagestouren – Kurven, Küste, Geschichte
Von Albenga aus erschließen wir das Beste, was das westliche Ligurien für Motorradfahrer zu bieten hat. Wir fahren durch einige der offiziell schönsten Dörfer Italiens, die Borghi più belli (die Region zählt allein 27 Orte, die mit diesem Prädikat ausgezeichnet sind), auf kurvenreichen, verkehrsarmen Straßen, mit Fotostopps dort, wo die Aussicht es verdient.
Eine Tour führt hinauf ins Argentina-Tal, an die Hänge des Monte Saccarello, zum mittelalterlichen Bergdorf Triora auf fast 800 Metern, mit engen Gassen und Steinhäusern, umgeben von dichten Wäldern und Weinbergen. Ein Ort, an dem man den Motor abstellt und für einen Moment einfach nur staunt.
Eine andere Etappe folgt der Riviera dei Fiori, der Blumenriviera, vorbei an Cervo, Alassio, Finale Ligure bis nach Genua, wo Renaissance-Paläste und verwinkelte Altstadtgassen auf euch warten. Und natürlich darf der Abstecher an die Côte d’Azur nicht fehlen: über Sanremo mit seiner charakteristischen Altstadt La Pigna und das zauberhafte Dolceacqua, jenes Dorf, das schon Claude Monet 1884 so verzauberte, dass er es in seinen Bildern verewigte, bis hinunter nach Monte-Carlo. Glamour, Geschichte und Fahrspaß an einem Tag.

Unser Tourguide – ein halbes Leben in Ligurien
Was diese Tour besonders macht, ist nicht nur die Route, sondern der Mensch, der euch führt: Unser Tourguide verbringt fast die Hälfte des Jahres in Ligurien und kennt die Region wie seine eigene Westentasche. Er weiß, welche Straße gerade jetzt am wenigsten Verkehr hat, wo man die beste Focaccia der Gegend bekommt, und welche Aussicht man sich für den perfekten Fotostopp aufheben sollte. Mit ihm fahrt ihr nicht einfach eine Strecke ab, ihr entdeckt Ligurien so, wie es nur ein echter Kenner zeigen kann.

La Dolce Vita auf zwei Rädern – 8-tägige Motorradtour in die Emilia-Romagna
Kultur. Kurven. Kulinarik. Ducati & Ferrari.

Erlebe die Emilia-Romagna mit allen Sinnen: Diese 8-tägige Motorradtour in eine der spannendsten Regionen Italiens verbindet spektakuläre Landschaften mit kulturellen Highlights, kulinarischem Hochgenuss und Besuchen im Ducati-Museum in Bologna und im Ferrari-Museum in Maranello. Von den Alpen über kurvenreiche Bergpässe bis zur Adria und zurück.

1. Tag

Unsere Tour startet südlich von München und führt durch das Alpenvorland Richtung Garmisch-Partenkirchen. Über den Fernpass geht es weiter ins Tiroler Inntal, wo sich hinter Landeck der Anstieg zum Reschenpass eröffnet. Oben erwartet uns der berühmte versunkene Kirchturm im Reschensee – ein perfekter Fotospot.
Von dort cruisen wir entspannt bergab ins sonnige Südtirol – durch das Vinschgau bis ins mediterran anmutende Meran.

2. Tag

Von Meran geht’s durch Südtirol und das Trentino auf kurvenreichen Straßen Richtung Süden. Die Landschaft wechselt von Alpenflair zu den sanften Hügeln der Emilia. In Maranello, dem Zuhause von Ferrari, wartet das legendäre Ferrari-Museum – ein Muss für jeden Motorrad- und Autofan.
Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir Modena – Stadt der schnellen Maschinen, des Aceto Balsamico Tradizionale und der italienischen Lebenskunst.

3. Tag

Der Tag beginnt mit einem Abstecher nach Bologna, der lebendigen Studentenstadt mit endlosen Arkaden, mittelalterlicher Altstadt und – für Motorradfans unverzichtbar – dem Ducati-Museum in Borgo Panigale. Weiter geht’s nach Ravenna, berühmt für seine einzigartigen byzantinischen Mosaike und UNESCO-Welterbestätten.
Die Etappe endet entspannt an der Adriaküste in Rimini – perfekt für einen Aperitivo mit Meerblick und einen Hauch Dolce Vita.

4. Tag

Heute geht’s ins Hinterland – und zurück in die Geschichte: Zuerst zur ältesten Republik der Welt, San Marino, mit spektakulären Ausblicken von den drei Festungstürmen. Danach weiter ins UNESCO-Welterbe Urbino, Renaissance-Stadt und Geburtsort Raffaels. Am Nachmittag führt die Route über kurvige Panoramastraßen zur dramatisch gelegenen Festung von San Leo, hoch auf einem Felsplateau.
Am Abend rollen wir zurück nach Rimini – mit vielen Eindrücken und einem Lächeln im Helm.

5. Tag

Die Route führt uns zunächst durchs grüne Hinterland über Cesena, vorbei an Weinbergen und Olivenhainen. Danach wechseln wir von der Emilia in die Romagna – auf herrlichen Nebenstraßen über die Hügel des Apennin. In Ferrara, der Stadt der Renaissance, warten das imposante Castello Estense, breite Stadtmauern und historische Gässchen auf uns. Der letzte Abschnitt bringt uns zurück nach Bologna, wo sich der Tag bei Tortellini und Lambrusco unter den Arkaden entspannt ausklingen lässt.

6. Tag

Diese Etappe ist ein echtes Highlight für Kurvenfans: Von Bologna aus windet sich die Strecke durch die grünen Hügel des Apennin, vorbei an kleinen Dörfern, Kastanienwäldern und einsamen Höhenzügen. Über kurvige Landstraßen geht es Richtung Westen – weit abseits der Autobahn. In Parma lohnt sich ein Zwischenstopp: Heimat des berühmten Parmaschinkens und des originalen Parmigiano Reggiano – Kultur und Kulinarik im perfekten Gleichklang. Der Tag endet in Piacenza, einer charmanten Stadt am Rande der Po-Ebene – ideal für einen Aperitivo auf der Piazza und etwas Entspannung nach einem sportlichen Fahrtag.

7. Tag

Ein ruhiger Start durch die weite Po-Ebene bringt uns nach Cremona, der Stadt der Geigenbauer und musikalischen Meisterwerke. Ein Bummel durch die Altstadt mit dem prächtigen Domplatz lohnt sich – vielleicht sogar ein kurzer Besuch im Geigenmuseum? Von dort aus geht’s weiter Richtung Gardasee – über kleine Landstraßen, durch Weingärten und vorbei an Olivenhainen. Nach einem entspannten Stopp am Südufer fahren wir entlang der Seestraße oder durchs Hinterland weiter nach Rovereto, am Fuß der Trentiner Alpen – ein charmantes Städtchen zwischen mediterranem Flair und alpiner Frische.

8. Tag

Die letzte Etappe beginnt entspannt in Rovereto – mit Blick auf die Trentiner Berge im Morgenlicht. Über das Etschtal geht es nordwärts Richtung Bozen, vorbei an den Südtiroler Weinbergen und Apfelplantagen. Ab dort wartet noch einmal echtes Kurvenvergnügen: Über den Brennerpass oder – für eine sportlichere Variante – über kleinere Passstraßen wie Penser Joch oder Jaufenpass (optional) geht’s zurück nach Österreich.
Nach der Querung des Inntals und einem letzten Blick auf die Zugspitze geht es zurück nach München – mit dem Kopf voller Eindrücke, dem Herz voller Italien und dem Gefühl, dass es nicht die letzte Tour gewesen sein wird.

9. Tag

Individuelle Heimreise.

HÖHEPUNKTE

Diese 8-tägige Motorradtour vereint spektakuläre Alpenpässe, kurvige Panoramastraßen und das volle Lebensgefühl der Emilia-Romagna. Zu den Highlights zählen Städte wie Bologna, Parma, Ferrara, Ravenna und Urbino. Besuche legendärer Orte wie das Ferrari-Museum in Maranello und das Ducati-Museum in Bologna. Wir entdecken UNESCO-Welterbestätten, genießen regionale Spezialitäten direkt bei den Erzeugern und erleben die perfekte Mischung aus Fahrspaß, Kultur und italienischem Genuss.

Einmal rund um den Stiefel – die Tour Deines Lebens

Der ganze Stiefel – 22 Tage Italien von Mittelfranken bis Santa Maria di Leuca und zurück

Es gibt Touren, die fährt man. Und es gibt diese eine Tour, von der Du noch Jahre später erzählst. Wir nehmen uns den kompletten italienischen Stiefel vor, von der Spitze bis zum Absatz, einmal die tyrrhenische Seite hinunter und die Adria wieder hinauf. Dazwischen liegen Alpenpässe über 2.500 Metern, die Kurvenoper der Amalfiküste, griechische Tempel, byzantinische Mosaike, ein Stauferkastell im Nirgendwo und ungefähr zwei Dutzend Gelegenheiten, das Visier hochzuklappen und einfach nur zu schauen.

Und weil wir MOTO e GUSTO sind: Es wird auf jeder Etappe etwas geben, das nicht nur der Motor gut findet.

Die Eckdaten: 22 Tage · 18 Fahrtage · 4 Ruhetage · rund 5.165 Kilometer · Ø 285 km pro Fahrtag

Etappe 1 — HERZOGENAURACH → Garmisch-Partenkirchen

323 km · Nördlingen, Dillingen, Thannhausen, Türkheim, Schongau, Bad Kohlgrub, Oberammergau

Der erste Tag ist ein sanftes Warmfahren und trotzdem schon voller Schauwerte. Gleich am Vormittag rollen wir in Nördlingen in einen Meteoritenkrater hinein, ohne es zu merken. Die Stadt liegt mitten im Rieskrater, und ihr Mauerring ist einer von nur dreien in Deutschland, die noch komplett begehbar sind. Wer mag, steigt schnell auf den Daniel, der Türmer ruft von dort oben seit Jahrhunderten sein „So, G‘sell, so“ über die Dächer. Über Dillingen an der Donau mit seiner Barockfassadenzeile geht es durchs Schwäbische nach Schongau, wo der Lech und die Alpen zum ersten Mal ernst machen. Ab hier wird es richtig schön: Die Ammergauer Alpen schieben sich ins Blickfeld, und Oberammergau empfängt uns mit Lüftlmalerei an fast jeder Hauswand. Neben der Strecke: Ein Abstecher zur Wieskirche bei Steingaden (UNESCO-Welterbe, Rokoko zum Niederknien) kostet keine halbe Stunde. Und Schloss Linderhof liegt nur zehn Kilometer von Oberammergau entfernt – Ludwigs liebstes Schloss, das einzige, das er vollendet gesehen hat. Ankunft in Garmisch-Partenkirchen, mit dem Wettersteinmassiv und der Zugspitze als Kulisse fürs erste Stiefelbier.

Etappe 2 — Garmisch-Partenkirchen → Clusone

336 km · Imst, Reschenpass, Glurns/Glorenza, Umbrail, Bormio, Edolo

Die Königsetappe – und das schon an Tag zwei. Über den Fernpass (Blindsee-Blick!) und Imst geht es zum Reschenpass. Dort steht er, der vielleicht meistfotografierte Kirchturm der Alpen: der versunkene Campanile von Graun im Reschensee, Rest eines Dorfes, das 1950 im Stausee verschwand. Ein Stopp, den keiner auslässt. Glurns/Glorenza ist die kleinste Stadt der Alpen mit knapp 900 Einwohner, dafür ein komplett erhaltener Mauerring mit drei Tortürmen. Wir fahren mitten hindurch. Und dann kommt das, weswegen man Motorrad fährt: Der Umbrailpass klettert auf 2.501 Meter und ist damit der höchste Pass der Schweiz. Hinunter nach Bormio ins Veltlin, über den Passo dell‘Aprica nach Edolo und durchs Val Camonica. Neben der Strecke: Bei Capo di Ponte liegen die prähistorischen Felszeichnungen des Val Camonica – das allererste UNESCO-Welterbe Italiens überhaupt. Zum Schluss der Passo della Presolana und hinunter nach Clusone, wo an der Außenwand des Oratorio dei Disciplini ein Totentanz-Fresko aus dem 15. Jahrhundert klebt, das man so schnell nicht vergisst. Daneben: eine astronomische Uhr von 1583, die bis heute läuft. Auf dem Teller: Pizzoccheri, die dunklen Buchweizenbandnudeln des Veltlins, dazu Bresaola und ein Glas Sassella.

Etappe 3 — Clusone → Favale di Malvaro

262 km · Albino, Martinengo, Crema, Castel San Giovanni, Nibbiano, Pregola, Ottone, Montebruno

Heute wechseln wir von den Alpen in den Apennin – mit der Poebene als Scharnier dazwischen. Durchs Val Seriana hinunter, dann Martinengo mit seinen mittelalterlichen Laubengängen und Crema, dessen Renaissance-Altstadt einem irgendwie bekannt vorkommt. Hier wurde „Call Me By Your Name“ gedreht. Der spannende Teil beginnt hinter Castel San Giovanni: Wir tauchen ins Val Tidone ein, vorbei an Nibbiano und den Burgen des Piacentino. Neben der Strecke lohnt Castell‘Arquato, ein mittelalterliches Bilderbuchdorf, das sich terrassenförmig den Hang hochstapelt. Über Pregola und den Apenninkamm erreichen wir dann das Val Trebbia und damit die Straße, über die Hemingway gesagt haben soll, sie sei die schönste Italiens. Türkisgrünes Flusswasser, weiße Kiesbänke, Kurven ohne Ende, kaum Verkehr. Ottone, Montebruno, der Passo della Scoffera – und hinunter nach Favale di Malvaro. Das kleine Dorf hat eine überraschende Geschichte: Von hier stammt die Familie von Amadeo Giannini, der in San Francisco die Bank of America gründete. Das Auswanderermuseum im Ort erzählt davon. Auf dem Teller: Tortelli cremaschi in Crema, danach die Salumi des Piacentino – Coppa, Pancetta und Salame, alle drei mit DOP-Siegel.

Etappe 4 — Favale di Malvaro → Lucca

222 km · Chiavari, Cogorno, Passo del Bracco, Levanto, Riomaggiore, La Spezia, Arcola, Cinquale, San Martino in Freddana

Kurze Etappe, dafür dicht an Höhepunkten. Heute sehen wir zum ersten Mal das Meer. Chiavari mit seinen Arkadengassen, dann Cogorno mit der Basilica dei Fieschi, schwarz-weiß gestreifte ligurische Gotik, mitten im Grünen. Neben der Strecke: die Baia del Silenzio in Sestri Levante, eine der schönsten kleinen Buchten der Riviera. Dann der Passo del Bracco. Legendäre Mille-Miglia-Strecke, ein Kurvenband über den Klippen mit ständigem Wechsel aus Fels, Macchia und Meerblick. Wer hier nicht grinst, hat den falschen Sport gewählt. Levanto ist das Tor zu den Cinque Terre. Wir nehmen den Abstecher nach Riomaggiore – die Straßen dorthin sind eng und im Sommer voll, aber genau das ist der Vorteil des Motorrads. Weiter über La Spezia und den Golfo dei Poeti; neben der Strecke lockt Portovenere mit der Kirche San Pietro auf dem Felssporn. Ab Arcola schieben sich zur Linken die Apuanischen Alpen ins Bild, deren Gipfel aussehen, als läge Schnee darauf, es ist Marmor. Neben der Strecke: die Marmorbrüche von Carrara und das Bergdorf Colonnata, wo der Lardo in Marmorbecken reift. Über die Versilia-Küste und San Martino in Freddana nach Lucca: eine Stadtmauer aus der Renaissance, die als Allee komplett umrundbar ist, die ovale Piazza dell‘Anfiteatro auf dem Grundriss eines römischen Amphitheaters und der Torre Guinigi, auf dessen Dach echte Steineichen wachsen. Auf dem Teller: Focaccia und Pesto in Ligurien, Lardo di Colonnata zwischendurch, abends Tordelli lucchesi.

Etappe 5 — Ruhetag in Lucca

Ein Tag ohne Helm. Lucca selbst ist zu Fuß ein Vergnügen oder mit dem Leihrad oben auf der Mauer. Pisa liegt 25 Kilometer entfernt, falls der schiefe Turm noch auf der Liste steht. Puccini-Fans fahren nach Torre del Lago an den Massaciuccoli-See. Und wer den Motor doch nicht stehen lassen kann: Die Ponte della Maddalena bei Borgo a Mozzano – die „Teufelsbrücke“, ein irrwitzig gewölbter Bogen aus dem 11. Jahrhundert – ist eine knappe halbe Stunde entfernt. Danach die Thermen von Bagni di Lucca.

Etappe 6 — Lucca → Orvieto

270 km · Siena, San Quirico d‘Orcia, San Casciano dei Bagni

Heute fahren wir durch das Postkartenmotiv. Siena mit der muschelförmigen Piazza del Campo und dem gestreiften Dom ist der erste Halt. Dann geht es ins Val d‘Orcia – UNESCO-Welterbe, und zwar nicht wegen eines Bauwerks, sondern wegen der Landschaft selbst: Zypressenalleen, gewellte Hügel, einzeln stehende Höfe. San Quirico d‘Orcia mit seinen Horti Leonini, und neben der Strecke das kleine Bagno Vignoni, wo statt eines Dorfplatzes ein dampfendes Thermalbecken in der Mitte liegt. Ein Abstecher nach Montalcino kostet 20 Minuten und bringt den Brunello an die Quelle. San Casciano dei Bagni hat heiße Quellen und seit dem spektakulären Bronzefund von 2022 auch archäologischen Weltruhm. Orvieto thront zum Schluss auf seinem Tuffsteinfelsen. Die Domfassade ist ein Mosaikteppich, der in der Abendsonne zu glühen anfängt. Unter der Stadt liegt ein zweites Orvieto: etruskische Gänge, Taubenkammern, Brunnenschächte. Der Pozzo di San Patrizio mit seinen zwei spiralförmig ineinander gedrehten Treppen ist Ingenieurskunst aus der Renaissance. Auf dem Teller: Pici mit Pecorino di Pienza, dazu Brunello oder Nobile di Montepulciano. In Orvieto dann ein Classico aus dem Tuffkeller.

Etappe 7 — Orvieto → Gaeta

347 km · Civitella del Lago, Capitone, Narni, Poggio, Montebuono, Paliano, Ceccano, Pastena, Campodimele, Itri

Die längste Etappe bisher, und eine der abwechslungsreichsten. Civitella del Lago schenkt uns den Blick über den Lago di Corbara und die Tiberschlucht. Neben der Strecke liegt bei Terni die Cascata delle Marmore – 165 Meter Fallhöhe, der höchste Wasserfall Europas und seit 271 v. Chr. von Menschenhand gemacht; die Römer leiteten hier einen Sumpf um. Narni ist ein Fund: mittelalterliche Gassen, der römische Ponte d‘Augusto und die Narni Sotterranea, eine unter der Stadt entdeckte Inquisitionszelle mit Kritzeleien der Gefangenen. Nebenbei: C. S. Lewis hat sich den Namen Narnia genau hier geborgt. Durch die Sabina mit ihren uralten Olivenhainen, dann in die Ciociaria. Neben der Strecke wartet Anagni, die „Stadt der Päpste“, deren Domkrypta man die „Sixtinische Kapelle des Mittelalters“ nennt. Bei Pastena locken die Tropfsteinhöhlen, und Campodimele trägt den Beinamen paese della longevità, Dorf der Hundertjährigen. Die Straße dorthin ist ein Bergsträßchen vom Feinsten. Über Itri und die Reste der alten Via Appia rollen wir ans Meer. Gaeta zum Abschluss: die Montagna Spaccata, ein gespaltener Fels über dem Wasser, in dessen Spalte eine Kapelle klebt, und die Grotta del Turco darunter. Auf dem Teller: Sabina-Olivenöl DOP, abends die Tiella di Gaeta, ein gefüllter Teigfladen, klassisch mit Oktopus oder Escarole.

Etappe 8 — Gaeta → Roccadaspide

300 km · Caserta, Sorrent, Amalfi, Salerno

Der Tag, auf den alle warten. Vormittags die Reggia di Caserta, der größte Königspalast Europas, mit einem drei Kilometer langen Wasserparterre, das in einem Wasserfall endet. 1.200 Räume, UNESCO-Welterbe, und ein Treppenhaus, das man aus „Star Wars“ kennt. Dann die Sorrentinische Halbinsel. Bei Sant‘Agata sui Due Golfi sieht man in die Golfe von Neapel und Salerno zugleich. Und ab Positano beginnt sie: die SS163 Amalfitana. Fels links, Abgrund rechts, Zitronenterrassen dazwischen, der Fiordo di Furore, die Kathedrale von Amalfi mit ihrer Freitreppe. Neben der Strecke – und der Abstecher lohnt jeden Meter: Ravello, hoch über der Küste. Von der Terrazza dell‘Infinito der Villa Cimbrone schaut man auf ein Panorama, das Gore Vidal den schönsten Ausblick der Welt nannte. Über Vietri sul Mare (Keramikhauptstadt) und Salerno geht es ins Cilento hinein, nach Roccadaspide mit seiner Burg. Gute Nachricht für uns: Auf der SS163 gelten in der Hauptsaison die targhe alterne – Fahrverbote nach gerader und ungerader Kennzeichenziffer, täglich im August und September zwischen 10 und 18 Uhr. Zweiräder sind davon ausdrücklich ausgenommen. Wir fahren, während die Autos stehen. Trotzdem gilt: früh starten, dann ist die Küste fast für uns allein.

Auf dem Teller: Mozzarella di Bufala aus der Ebene von Paestum, Delizia al limone zum Kaffee, Limoncello danach.

Etappe 9 — Roccadaspide → Tropea

361 km · Lagonegro, Praia a Mare, Cetraro, Paola, Amantea

Die längste Etappe der Reise und eine, die durch drei Regionen führt. Gleich zu Beginn neben der Strecke: Paestum. Drei dorische Tempel aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., besser erhalten als fast alles in Griechenland selbst. Wer nur ein archäologisches Highlight dieser Reise mitnimmt, nimmt dieses.

Durch den Cilento-Nationalpark und über Lagonegro in die Basilikata. Hier liegt Maratea, und der Abstecher ist Pflicht: eine 21 Meter hohe Christusstatue aus Carrara-Marmor auf dem Monte San Biagio, darunter das Meer im Golf von Policastro. Der Küstenabschnitt zwischen Maratea und Praia a Mare gehört zum Schönsten, was die Tyrrhenis zu bieten hat. Weiter auf der SS18 an der kalabrischen Küste entlang – Cetraro, Paola mit dem großen Wallfahrtskloster, Amantea. Zum Schluss um das Capo Vaticano herum nach Tropea, dessen Altstadt auf einem Sandsteinfelsen über dem Meer sitzt. Darunter, auf einem eigenen Felsen im Wasser: Santa Maria dell‘Isola. Bei klarer Sicht steht abends der Stromboli am Horizont. Auf dem Teller: Die rote Zwiebel von Tropea (süß genug für Marmelade), ‚Nduja aus dem Nachbarort Spilinga, Fileja mit Ragù.

Etappe 10 — Ruhetag in Tropea

Strandtag – aber mit Optionen.

Das Capo Vaticano hat Buchten, an die man nur zu Fuß kommt. Vom Hafen fahren Boote zu den Äolischen Inseln; wer den Stromboli abends ausbrechen sehen will, bucht die Nachmittagstour. Und Pizzo Calabro, 30 Kilometer nördlich, hat die Murat-Burg, eine in den Fels gehauene Höhlenkirche und das Original des Tartufo di Pizzo, ein Eis, das hier erfunden wurde.

Etappe 11 — Amantea → Marina di Davoli

270 km · einmal um die gesamte Stiefelspitze

Heute runden wir die Spitze und fahren dabei an eine der spektakulärsten Stellen der ganzen Reise. Über Nicotera und Gioia Tauro nach Scilla. Der Fischerort Chianalea steht mit den Füßen im Wasser, die Häuser wachsen direkt aus dem Fels, und gegenüber liegt Sizilien zum Greifen nah. Die Meerenge von Messina – hier lauerten in der Odyssee Skylla und Charybdis. Reggia Calabria hat zwei Dinge, die man gesehen haben muss: die Lungomare Falcomatà, die D‘Annunzio den „schönsten Kilometer Italiens“ nannte, und im Nationalmuseum die Bronzi di Riace, zwei griechische Kriegerstatuen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr., 1972 von einem Taucher vor der Küste gefunden, und mit das Beste, was von der griechischen Bronzeplastik überhaupt übrig ist. Auf der ionischen Seite hinauf. Neben der Strecke: Pentedattilo, ein verlassenes Dorf unter einem Felsen, der aussieht wie eine fünffingrige Hand – daher der Name. Und Gerace, eine mittelalterliche Bergstadt mit der größten normannischen Kathedrale Kalabriens; der Abstecher hinauf ist kurvig und wunderschön.

Auf dem Teller: Schwertfisch alla ghiotta, Bergamotte in allem Möglichen – und ein Gelato in Reggio, die machen dort Ernst damit.

Etappe 12 — Marina di Davoli → Taranto

335 km · Colle Santa Maria, Isola di Capo Rizzuto, Crotone, Torre Melissa, Torretta, Mirto, Capo Spulico

Küstenetappe mit Magna-Graecia-Programm. Le Castella bei Isola di Capo Rizzuto ist der Fotostopp des Tages: eine aragonesische Festung auf einer winzigen Insel, mit dem Festland nur durch eine Landzunge verbunden. Ringsum das Meeresschutzgebiet Capo Rizzuto. Bei Crotone steht am Capo Colonna eine einzelne Säule in der Landschaft, der letzte Rest des Hera-Lacinia-Tempels, einst das bedeutendste Heiligtum Großgriechenlands. Der Rest wurde verbaut. Ein melancholischer, großartiger Ort. Durch das Cirò-Weingebiet, wo nach der Legende schon die Olympiasieger der Antike ihren Siegerwein bekamen. Neben der Strecke bei Rossano: der Codex Purpureus Rossanensis, eine purpurgefärbte Evangelienhandschrift des 6. Jahrhunderts (UNESCO-Weltdokumentenerbe) – und das Lakritzmuseum der Familie Amarelli, die seit 1731 Süßholz verarbeitet. Bei Capo Spulico klebt das Castello di Roseto direkt über der Brandung, eine Stauferburg Friedrichs II. Dann durch die Ebene von Sibari, vorbei an Metaponto mit den Tavole Palatine, 15 stehengebliebene Säulen eines Hera-Tempels mitten im Feld. Taranto zum Abschluss: die Altstadt auf ihrer eigenen Insel zwischen zwei Meeren, die Drehbrücke, und im MArTA-Museum die Ori di Taranto – antiker Goldschmuck von einer Feinheit, die man zweimal anschauen muss.Auf dem Teller: Cirò Rosso zur Küste, in Taranto Austern und Miesmuscheln direkt aus dem Mar Piccolo.

Etappe 13 — Taranto → Brindisi

277 km · Santa Maria di Leuca, Santa Cesarea Terme, Lecce

Heute umrunden wir den Absatz – und erreichen den südlichsten Punkt der Reise. Auf der ionischen Salento-Seite hinunter: Gallipoli mit seiner Altstadt auf einer Insel, die Traumstrände von Punta Prosciutto und Porto Cesareo. Am Stiefelabsatz dann Santa Maria di Leuca, das Finibus Terrae – das Ende der Welt, wie die Römer fanden. Am Leuchtturm treffen Ionisches und Adriatisches Meer aufeinander, und man sieht die Farbgrenze tatsächlich. Die Adriaseite hinauf wird es dramatisch: die Ciolo-Schlucht mit ihrer hohen Brücke, die Grotta Zinzulusa, und Santa Cesarea Terme, wo maurisch anmutende Villen des 19. Jahrhunderts über Schwefelquellen thronen. Neben der Strecke – und unbedingt: Otranto. Der Mosaikfußboden der Kathedrale ist 800 Jahre alt, 16 mal 54 Meter groß und zeigt einen Lebensbaum mit Elefanten, Fabelwesen und König Artus. Der östlichste Punkt Italiens, Punta Palascìa, liegt gleich daneben. Lecce nennt man das „Florenz des Barock“ – der weiche Pietra leccese ließ die Steinmetze Fassaden schnitzen wie Zuckerguss, allen voran Santa Croce. Darunter ein römisches Amphitheater, mitten auf der Piazza. Brindisi schließt den Tag: Am Hafen steht die Säule, die das Ende der Via Appia markiert. Auf dem Teller: Pasticciotto zum Frühstück, Rustico leccese zwischendurch, abends Primitivo oder Negroamaro. Und ein caffè leccese, Espresso auf Eis mit Mandelmilch.

Etappe 14 — Brindisi → Vieste

283 km · Fasano, Monopoli, Bari, Barletta

Apulien in Bestform – eine Etappe wie ein Best-of. Neben der Strecke gleich zwei Klassiker: Ostuni, die Città Bianca, die wie ein Schneehaufen auf ihrem Hügel liegt, und Alberobello mit seinen Trulli, den kegeldachigen Steinhäusern (UNESCO). Von Fasano sind es jeweils nur ein paar Kilometer. Polignano a Mare ist Pflicht: Die Altstadt steht auf einer überhängenden Klippe, darunter die Bucht Lama Monachile zwischen zwei Felswänden. Über Monopoli nach Bari – Basilica di San Nicola mit dem Grab des Heiligen, dazu die Arco Basso, wo die Frauen der Altstadt bis heute vor der Haustür Orecchiette formen. Der Höhepunkt liegt im Landesinneren: Castel del Monte. Friedrich II. ließ es achteckig bauen, mit acht achteckigen Türmen, ohne Wassergraben, ohne Ställe, ohne Küche – niemand weiß bis heute genau, wozu. Ein steinernes Rätsel auf einem leeren Hügel, UNESCO-Welterbe, und ein Abstecher, den Du nicht auslassen willst. Neben der Strecke außerdem Trani, dessen Kathedrale direkt am Wasser steht. Dann der Gargano, der Sporn des Stiefels: Monte Sant‘Angelo mit der Erzengel-Michael-Grotte (UNESCO, Pilgerziel seit dem 5. Jahrhundert), die schattige Foresta Umbra, und die Küstenstraße von Mattinata nach Vieste – Kalkklippen, türkises Wasser, und am Strand der Pizzomunno, ein 25 Meter hoher weißer Monolith. Auf dem Teller: Orecchiette con cime di rapa, Burrata aus Andria, Focaccia barese.

Etappe 15 — Ruhetag in Vieste

Der beste Ruhetag der Reise.

Vom Hafen fahren Boote zu den Grotten des Gargano. Dutzende Meereshöhlen, die man nur vom Wasser aus sieht. Alternativ: die Tremiti-Inseln per Tragflächenboot. Oder ein langer Strandtag mit Abstecher zu den Trabucchi, den bizarren hölzernen Fischfanggerüsten an der Küste, von denen einige heute Restaurants sind. Wer doch kurz fahren will: Peschici und Vico del Gargano, das Dorf der Liebe, mit seiner „Gasse der Küsse“ – so eng, dass zwei Menschen nicht aneinander vorbeikommen.

Etappe 16 — Vieste → Alba Adriatica

288 km · Termoli, Vasto, Costa dei Trabocchi, Pescara, Montesilvano

Vom Sporn an die Küste der Abruzzen, die unterschätzteste Strecke der ganzen Reise. Über die Nordküste des Gargano und die Lagunen von Lesina und Varano nach Termoli, dessen Borgo Antico hinter einer Mauer über dem Meer sitzt. Dann beginnt die Costa dei Trabocchi: 70 Kilometer Küste, an der die hölzernen Fischfanggerüste wie gestrandete Insekten ins Wasser ragen. Zwischen Vasto und Ortona ist es am dichtesten – und das Naturreservat Punta Aderci bei Vasto gehört zu den letzten unverbauten Küstenabschnitten der Adria. Neben der Strecke: Im Rücken steht der Gran Sasso, der höchste Berg des Apennin. Und Atri hat neben einer prächtigen Kathedrale die Calanchi – bizarre Erosionsformationen, die aussehen wie eine Mondlandschaft. Pescara, Geburtsstadt von Gabriele d‘Annunzio, dann über Montesilvano nach Alba Adriatica. Auf dem Teller: Jetzt wird es ernst – Arrosticini, die abruzzesischen Lammspieße vom Kohlegrill, gegessen mit den Fingern, dazu Montepulciano d‘Abruzzo. Und wenn sich ein Trabocco-Restaurant anbietet: unbedingt reservieren.

Etappe 17 — Alba Adriatica → Ravenna

309 km · an der Küste entlang, mit Abstechern ins Hinterland

Die Marken und die Romagna – eine Etappe zum Mäandern. Neben der Strecke, Richtung Süden noch: Ascoli Piceno mit der Piazza del Popolo aus Travertin, für viele die schönste Platzanlage Italiens. An der Küste schiebt sich dann der Monte Conero ins Meer – die einzige echte Steilküste der Adria. Sirolo, Numana und die Bucht von Portonovo mit der romanischen Kirche Santa Maria direkt am Strand sind der landschaftliche Höhepunkt des Tages. Weiter über Ancona (Trajansbogen am Hafen, Dom San Ciriaco auf dem Berg), Senigallia mit der Rotonda a Mare auf Stelzen im Wasser, und Pesaro, wo Rossini geboren wurde und die Panoramastraße über den Monte San Bartolo eine kleine Kurvenbelohnung einstreut. Neben der Strecke: die Burg von Gradara, in der Dante Paolo und Francesca zueinanderfinden ließ. Und wer immer schon mal in der ältesten Republik der Welt war sein wollte: San Marino liegt 25 Kilometer landeinwärts, die Auffahrt ist ein Genuss. Über Rimini (Tempio Malatestiano, Fellini) nach Ravenna. Acht Bauwerke der Stadt sind UNESCO-Welterbe, und in ihnen leuchten die byzantinischen Mosaike des 5. und 6. Jahrhunderts – im Mausoleum der Galla Placidia sitzt man unter einem goldgesprenkelten Sternenhimmel aus Glas. Dantes Grab ist auch hier. Auf dem Teller: Olive all‘ascolana in den Marken, dann Piadina romagnola – und dazu Sangiovese.

Etappe 18 — Ravenna → Udine

273 km · Comacchio, Chioggia, Caorle, Aquileia, Palmanova

Die Etappe der Wasserstädte. Comacchio im Po-Delta wird „Klein-Venedig“ genannt: Kanäle, Bogenbrücken, und die Trepponti, eine fünfbogige Brücke, die gleich fünf Wege verbindet. Berühmt für Aal. Dann über Chioggia am Rand der venezianischen Lagune nach Caorle, dessen bunte Fischerhäuser und der runde Campanile ein beliebtes Fotomotiv sind. Neben der Strecke: Wer Venedig noch nicht kennt – am Tronchetto lässt sich das Motorrad abstellen, der Rest geht per Vaporetto. Aquileia ist der stille Star des Tages: einst eine der größten Städte des Römischen Reichs, heute ein Dorf mit Ausgrabungsfeld. In der Basilika liegt der größte frühchristliche Mosaikfußboden des Abendlandes – über 750 Quadratmeter, aus dem 4. Jahrhundert, mit einer Meeresszene, die niemand mehr so hinbekommt. UNESCO-Welterbe. Grado liegt als Insel- und Lagunenstadt gleich daneben. Und Palmanova muss man einfach durchfahren haben: eine venezianische Sternfestung mit neun Spitzen und perfekt symmetrischem Grundriss, um einen sechseckigen Platz herum gebaut. Von oben ein Schneeflockenmuster – vom Sattel aus eine kuriose Fahrt durch drei Torringe.Udine mit der Piazza Libertà, den Tiepolo-Fresken und dem Schlossberg beschließt den Tag. Auf dem Teller: Aal aus Comacchio, dann Friaul – San-Daniele-Schinken, Frico (der Käse-Kartoffel-Fladen), dazu Friulano oder Ribolla Gialla.

Etappe 19 — Udine → Treffen

ca. 175 km · Cividale del Friuli, Kobarid, Bovec, Vršič, Kranjska Gora, Wurzenpass

Die kürzeste Fahretappe der Reise und ausgerechnet sie hat die dichteste Folge von Höhepunkten. Drei Länder an einem Vormittag, zwei Pässe, und ein Flusstal, das man gesehen haben muss. Cividale del Friuli macht den Anfang. Die Stadt war einmal Hauptstadt des ersten langobardischen Herzogtums in Italien, und der Tempietto Longobardo aus dem 8. Jahrhundert – ein winziger Raum mit einer Stuckprozession lebensgroßer Heiligenfiguren gehört zum UNESCO-Welterbe. Gleich daneben spannt sich die Ponte del Diavolo über die Schlucht des Natisone, türkises Wasser tief unten. Der Teufel soll sie gebaut haben, gegen die Seele des ersten Passanten; die Stadtleute schickten einen Hund. Dem Natisone-Tal folgen wir hinauf zur slowenischen Grenze bei Robič – und sind im Sočatal. Die Soča ist der Grund, warum wir diesen Umweg fahren. Kein anderer Alpenfluss hat dieses Türkis, und er behält es über seine gesamte Länge. In Kobarid – auf Deutsch Karfreit, auf Italienisch Caporetto – erzählt das preisgekrönte Museum von der Isonzofront: Zwölf Schlachten, über eine Million Opfer, und im Oktober 1917 der deutsch-österreichische Durchbruch, der als „Wunder von Karfreit“ in die Geschichte einging. Ein junger Sanitätsfahrer namens Ernest Hemingway hat später daraus In einem andern Land gemacht. Neben der Strecke: Der Slap Kozjak bei Kobarid – ein Wasserfall, der in einer ausgewaschenen Felskammer steht, zwanzig Minuten zu Fuß. Und die Napoleonsbrücke über die Soča, der klassische Fotostopp. Weiter nach Bovec, vorbei an den Velika korita, der Großen Soča-Schlucht, wo sich der Fluss meterschmal durch weißen Kalk sägt. Dann hinauf ins Trenta-Tal zur Soča-Quelle und in den Triglav-Nationalpark. Und dann kommt der Vršič – mit 1.611 Metern der höchste Straßenpass Sloweniens und für viele der schönste Pass der Julischen Alpen. 27 Kehren von Süden hinauf, 24 auf der Nordseite hinunter, dort teilweise noch im originalen Kopfsteinpflaster von 1916. Gebaut haben die Straße russische Kriegsgefangene im Ersten Weltkrieg; als eine Lawine über 400 von ihnen begrub, errichteten die Überlebenden am Straßenrand die Ruska kapelica, eine kleine hölzerne Kapelle. Sie steht bis heute in der achten Kehre, und man hält dort an. Hinunter nach Kranjska Gora (neben der Strecke: die Skiflugschanzen von Planica), und dann der zweite Pass des Tages: der Wurzenpass. Nur 1.073 Meter hoch, aber mit bis zu 18 Prozent Gefälle auf der Kärntner Seite eine der steilsten Passstraßen der Ostalpen – eine Abfahrt, bei der man froh ist, dass die Bremsen gewartet sind. Unten empfängt uns die Schütt, die Bergsturzlandschaft des Dobratsch, dann Villach, der Faaker See und Treffen. Auf dem Teller: In Cividale die Gubana, der gedrehte Friauler Hefekuchen mit Nüssen und Rosinen, dazu ein Grappa. Mittags in Kobarid die kobariški štruklji – Nussklößchen, die es sonst nirgends gibt. Abends dann Kärntner Kasnudeln und ein Stück Reindling.

Etappe 20 — Ruhetag in Treffen

Kärnten von seiner besten Seite.

Die Villacher Alpenstraße auf den Dobratsch ist eine Panoramastraße mit 24 Kehren und Blick bis nach Slowenien und Italien. Wer den Ruhetag halb fahrend verbringen will, nimmt die. Oder die Gerlitzen, gleich über dem Ossiacher See. Sonst: Baden im Ossiacher oder Faaker See, ein Abstecher an den Wörthersee, oder die Burg Landskron mit ihrer Adlerflugschau direkt gegenüber.

Etappe 21 — Treffen → Straubing

292 km (je nach Routenwahl auch deutlich mehr)

Über die Tauern zurück nach Bayern. Die landschaftlich schönste Variante führt über den Millstätter See und den Radstädter Tauernpass. Neben der Strecke: In Gmünd in Kärnten steht das Porsche-Museum. Hier wurden die ersten Porsche 356 gebaut, bevor die Firma nach Zuffenhausen zog. Ein kurzer, sehr lohnender Stopp. Weiter durchs Salzburger Land, vorbei an Werfen mit der Burg Hohenwerfen auf ihrem Felskegel und der Eisriesenwelt, der größten Eishöhle der Welt. Dann Salzburg, der Chiemsee zur Rechten, und über das bayerische Alpenvorland nach Straubing, wo im Gäubodenmuseum der Römerschatz liegt – Paradehelme und Rossgeschirr, 1950 beim Hausbau gefunden.

Etappe 22 — Straubing → Oberasbach

239 km

Die Heimetappe, und sie hat es noch einmal in sich. Die Donau aufwärts nach Kelheim mit der Befreiungshalle auf dem Michelsberg. Gleich daneben der Donaudurchbruch bei Weltenburg, die Weltenburger Enge, wo sich der Fluss durch senkrechte Kalkfelsen zwängt. Im Kloster Weltenburg steht die älteste Klosterbrauerei der Welt, seit 1050. Das Barock Dunkel gehört zu den besten Bieren Bayerns; wir lassen es beim Schauen, gefahren wird trotzdem.

Dann das Altmühltal: Essing mit der geschwungenen Holzbrücke, die Burg Prunn auf ihrem Felsen, Riedenburg, Eichstätt mit der Willibaldsburg und den Solnhofener Plattenkalken, in denen der Archaeopteryx gefunden wurde. Über Weißenburg mit dem Römerkastell Biriciana und den freigelegten Thermen und durchs Fränkische Seenland – und dann rollen wir in Oberasbach ein. 5.130 Kilometer, drei Wochen, ein ganzes Land. Zum Abschluss: ein Schäufele und ein Seidla. Nach drei Wochen Italien schmeckt das erstaunlich gut.

Gut zu wissen

Beste Reisezeit: Mitte Mai bis Ende Juni oder September. Dann sind Umbrail sicher offen (in der Regel Ende Mai bis Ende Oktober), die Küsten sind noch nicht überlaufen und der Süden ist warm, aber nicht glühend.

Amalfiküste: Die targhe alterne auf der SS163 gelten für Motorräder nicht. Wir fahren, wenn andere stehen bleiben müssen.

ZTL: In den Altstädten von Lucca, Siena, Lecce oder Bari gelten Fahrverbotszonen, die auch Motorräder betreffen. Das Hotel meldet das Kennzeichen an – wir kümmern uns vorab darum.

Gepäck: Vier Ruhetage sind gleichzeitig vier Wäschetage. Mehr braucht es nicht.

Kondition: 18 Fahrtage mit im Schnitt 285 Kilometern sind sportlich, aber machbar – die längsten Etappen liegen bewusst dort, wo die Straßen schnell sind, die kurvigsten Tage sind kürzer gehalten.

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